Der Absturz von Hockeytown

Ist Ken Holland schuld am „Desaster of Detroit“ ?

Die Detroit Red Wings befanden sich seit dem verlorenen Stanley-Cup-Finale 2009 auf einem absteigenden Ast. Die Mannschaft wurde älter und älter, Spieler wie Marian Hossa, Chris Chelios, Brian Rafalski, Nicklas Lidström, Thomas Holmstrom oder auch harte Arbeiter wie Kirk Maltby und Darren McCarty verließen Hockeytown, dennoch reichte es mit Sperrspitzen wie Pavel Datsyuk, Henrik Zetterberg, Johan Franzen oder Nicklas Kronwall noch Jahrelang für eine Playoffteilnahme. Mit Verpflichtungen wie Mike Modano oder Daniel Alfredsson versuchte man weiterhin durch Erfahrung erfolgreich zu sein, anstatt einen eventuellen Neuaufbau zu starten. Ein weiteres Problem war zudem, dass Nachkommen wie Gustav Nyquist, Thomas Tatar, Riley Sheahan oder auch Andreas Athanasiou nicht annähernd in die Fußstapfen von Pavel Datsyuk oder Henrik Zetterberg hätten treten können.

Hatte der Playoff Run oberste Priorität?

General Manager Ken Holland tauschte oft Picks gegen erfahrene Spieler, die dann mit langer Laufzeit und guter Entlohnung ausgestattet wurden. Ein Neuaufbau rückte dadurch immer weiter in den Hintergrund und eine Playoffteilnahme in den Vordergrund.

„Nur ein Playoffteilnehmer kann um den Stanley Cup kämpfen“

Transferpolitik unter Ken Holland

Ein „ganz großer Move“ von Holland war die Entdeckung von Pavel Datsyuk und Henrik Zetterberg, wobei er sich da auch ganz stark bei Jim Nill und Hakan Anderson bedanken konnte! Desweiteren tauschte er im März 1999 zwei Erstrundenpicks gegen den damals 37-jährigen Chris Chelios. Chelios spielte allerdings noch unglaubliche zehn Jahre in Detroit und verhalf den Red Wings zu zwei Stanley Cups im Jahr 2002 und 2008. Im Sommer 2001 tauschten die Red Wings Vyacheslav Kozlov und zwei Erstrundenpicks gegen den damals 36-jährigen Dominik Hasek von den Buffalo Sabres. Hasek holte wie auch Chelios den Stanley Cup 2002 und 2008 nach Hockeytown.

Als man nach dem Lockout 2004/2005 den Salary Cap in der NHL einführte, blieben gute Tauschgeschäfte eher auf der Strecke. Beste Beispiele waren, als 2012 Sébastien Piche und Erstrundenpick Andrei Vasilevskiy gegen Kyle Quincey in einem Dreiertausch mit Tampa Bay und Colorado entstand. Im März 2015 gab Detroit Mattias Backman, Mattias Janmark und einen Zweitrundenpick (Roope Hintz) für den erfahrenen Eric Cole und einen Drittrundenpick ab. Cole spielte aufgrund von einer Verletzung nur 11 Spiele für die Red Wings. Im Juli 2013 wurde Free-Agent Stephen Weiss verpflichtet. Der damals 30-jährige Angreifer wurde mit einem Fünfjahresvertrag im Wert von 24,5 Millionen US-Dollar ausgestattet. Weiss spielte am Ende nur 2 Jahre für Detroit ( 78 Spiele, 11 Tore). Zur „trade deadline“ 2014 wurde Calle Jarnkrok, Patrick Eaves und ein Zweitrundenpick gegen David Legwand getradet, im November 2015 verlängerte Holland den Vertrag von Justin Abdelkader um sieben Jahre mit einem Gesamtwert von 29,75 Millionen US-Dollar. Frans Nielsen wurde als Free-Agent im Juli 2016 im Alter von 32 Jahren für sechs Jahre verpflichtet. Der dänische Angreifer verdiente 5,25 Millionen US-Dollar pro Jahr. Torhüter-Juwel Petr Mrazek wurde 2018 für einen Drittrundenpick und Viertrundenpick nach Philadelphia verscherbelt.

Fazit

Das Stanley-Cup-Finale erreichten die Red Wings zuletzt 2009, die letzte Playoffteilnahme dagegen im Jahr 2016. Im Zeitfenster von 2010-2016 schaffte man es dreimal in die zweite Playoff-Runde (2010, 2011, 2013), ansonsten scheiterte man frühzeitig in Runde eins.

Ken Holland übernahm 1997 die Detroit Red Wings als General Manager. Der Kanadier setzte sich allerdings ins gemachte Nest, denn die Macher in Detroit waren u. a. Scotty Bowman, Jim Devellano oder auch Jim Nill. Holland hatte unter Klubbesitzer Mike Ilitch ein leichtes Spiel, da dieser ein dickes Portemonnaie besaß und Transfers wie Luc Robitaille oder Brett Hull ohne Probleme in Detroit ermöglichte. Die Tauschgeschäfte nach der Einführung des Salary Cap haben wir bereits ausgewertet und waren unterm Strich mehr schlecht als recht.

Holland mag vielleicht gewisse Kompetenz für seinen Job besitzen, aber er ist kein General Manager für einen Neuaufbau und hat somit eine große Mitschuld am Misserfolg der letzten Jahre.



Kategorien:Historisches

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