Detroit der große Verlierer im Draft 2020

Man kann schon jetzt sagen, daß die Detroit Red Wings der große Verlierer im NHL-Draft 2020 sind. Die Red Wings mit den größten Chancen auf den besten Draft-Pick (18,5 Prozent), fielen auf Platz 4. Die Los Angeles Kings mit den viertbesten Gewinnchancen (9,5 Prozent), kletterten dagegen auf Rang 2. Die Ottawa Senators mit den zweit- und drittbesten Chancen auf die Nummer 1 (13,5 Prozent aus ihrer eigenen Rechten, 11,5 Prozent aus den Rechten, die im Handel zwischen Verteidiger Erik Karlsson und den San Jose Sharks erworben wurden), ergatterten sich die Picks Nr. 3 und 5.

Der Pick Nummer eins des NHL Draft 2020 wird an eines der Teams gehen, die während der Stanley-Cup-Qualifikation ausscheiden

Los Angeles Kings

Die Kings sprangen zwei Plätze in der Lotterie hoch und werden nun den zweiten Erstenrunden-Pick wählen. Mit dem zweiten Pick werden die Kings wahrscheinlich den großen Center Quinton Byfield (OHL Sudbury) oder den deutschen Linksaußen Tim Stützle (der zeitweise auch Center gespielt hat) bekommen.

In Byfield würden sie offensichtlich ein Talent mit tonnenweise Geschick bekommen. Der 17 Jährige ist bereits jetzt schon mit 194 cm Körpergröße und 97 kg Körpergewicht ein Hüne. Wenn die Kings ihn auswählen, hat der junge Kanadier den perfekten Mentor mit Kapitän Anze Kopitar im Team. Die beiden haben ähnliche Spielweise und spielen dieselbe Position. Allerdings besitzt Kopitar das hervorragende Defensivspiel, das bei Byfield noch nicht ausgeprägt ist. Zusätzlich hat Los Angeles mit Alex Turcotte (dem Top-Draft des letzten Jahres) einige Optionen für die kommenden Jahre. 

Stützle bringt einen anderen Spielstil mit sich. Er spielte Center bei der Junioren-Weltmeisterschaft für Deutschland, obwohl er als linker Flügelspieler aufgeführt ist. Stützle hatte 34 Punkte in 41 Spielen für die Adler Mannheim, in dessen Kader eine Reihe ehemaliger NHL-Spieler standen. Sollten die Kings ihn wählen, hätte der junge Deutsche seinen eigenen Mentor mit dem deutschen Kollegen Marco Sturm, der jetzt Co-Trainer in Los Angeles ist.

Ottawa Senators

Die Senators hätten es schlechter, aber auch besser machen können. Mit ihrem eigenen Recht und San Joses Erstrundenspieler aus dem Handel mit Erik Karlsson bestand die Möglichkeit, dass Ottawa insgesamt den ersten und zweiten Platz belegt hätte. Stattdessen werden sie den dritten und fünften Erstrunden-Pick wählen.

Zunächst werden die Senators wahrscheinlich das nehmen, was die Kings nicht nehmen (Byfield oder Stützle). Byfield passt vielleicht besser, da er ein reiner Center ist und die Sens somit noch mehr Optionen haben (Logan Brown, Josh Norris, Shane Pinto).

Wo es für Ottawa interessant wird, ist die fünfte Position. Natürlich wird Detroit auf Platz 4 ein großer Faktor sein. Denn nach den Top Drei von Lafreniére, Byfield und Stützle gibt es viele Optionen von Team zu Team.

Wenn Sie es gut machen wollen, sollten sich die Senators für einen Top-End-Verteidiger auf Platz 5 entscheiden, um den Topstürmer auf Platz 3 auszugleichen. In diesem Fall sind die beiden Optionen Jamie Drysdale oder Jake Sanderson. Wenn die Red Wings Drysdale nehmen würden, würde Ottawa Sanderson nehmen.

Auf der anderen Seite kann Ottawa nur nach dem nächsten Spieler auf der Liste gehen, der z.b. ein Stürmer wie Lucas Raymond, Marco Rossi oder Cole Perfetti sein könnte. Auch hier hängt alles davon ab, wie Detroit handelt.

Detroit Red Wings

Die Red Wings hatten die besten Chancen in der Lotterie und wurden zum großen Verlierer. Am Ende wurde ihnen der 4. Platz zugelost. Glücklicherweise wird an dieser Stelle noch eine Menge Talent verfügbar sein. Die Red Wings müssen sich nur entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen.

Letztes Jahr gingen sie mit dem großen Verteidiger Moritz Seider in die erste Runde. Was damals als Glücksspiel angesehen wurde, scheint bereits ein Geniestreich von GM Steve Yzerman und seiner Scouting-Abteilung gewesen zu sein. Drysdale wäre sehr gut und würde definitiv in ein oder zwei Jahren eine Rolle in Detroit spielen.

Die Red Wings Organisation könnte sich auch einige Stürmer ansehen, die alle eine Menge Geschicklichkeit mitbringen.

Linksaußen Lucas Raymond hat in diesem Jahr in der schwedischen Topliga nicht viel Eis gesehen, trotzdem wissen die Scouts um sein Talent. Ich fand ihn bei der Junioren-Weltmeisterschaft sehr beeindruckend. Der Junge weiß, wie man eine Verteidigung überlistet.

Es gibt auch Center Marco Rossi, der in den letzten beiden Spielzeiten eine Maschine für die Ottawa 67 der OHL war. Er hat gerade die MVP-Auszeichnung der Liga gewonnen und sein Spiel ist näher an der NHL als jedes andere in der OHL. Der österreichische Nationalspieler kann nicht nur Punkte sammeln, sondern ist auch defensiv verantwortungsvoll.

Zudem gibt es noch mit Cole Perfetti von Saginaw in der OHL und dem Schweden Alexander Holtz reine Torjäger. Obwohl sie keine kompletten Spieler sind, haben sie noch genug Zeit um sich zu entwickeln.

Raymond könnte der Typ für Detroit sein. Der junge Schwede hat das Zeug zu einem effektiven Top-Line-Flügelspieler. Dazu muss „Hockeytown“ mit Dylan Larkin, Joe Veleno und Michael Rasmussen in der Mitte nicht unbedingt einen Center anstreben.

Detroit hat am Ende auch mit der 4. Position Glück, da dieser Draft ein tiefes High-End verspricht.

Von Ryan Kennedy


Kategorien:Aktuelles aus Hockeytown

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: